Microsoft Edge speichert Passwörter im Klartext: Sicherheitslücke im Browser entdeckt
06. June 2026
Sicherheitsforscher haben entdeckt, dass Microsoft Edge Zugangsdaten unverschlüsselt im Arbeitsspeicher ablegt – ein Risiko für Nutzer, die ihre Passwörter im Browser speichern.
Wer sein Passwort im Browser speichert, erwartet, dass es sicher verwahrt wird. Doch bei Microsoft Edge ist das offenbar nicht der Fall. Sicherheitsforscher haben eine Schwachstelle aufgedeckt: Der Browser legt die gespeicherten Passwörter im Klartext im Arbeitsspeicher ab. Das bedeutet, dass sie unter bestimmten Umständen von Angreifern oder Schadsoftware ausgelesen werden können.
Wie die Lücke funktioniert
Die Funktion zum Speichern von Passwörtern ist in fast allen Browsern zu finden. Normalerweise werden die Zugangsdaten verschlüsselt auf der Festplatte abgelegt und erst bei Bedarf entschlüsselt. Bei Edge geschieht dies jedoch offenbar bereits beim Start des Browsers, sodass die Klartext-Passwörter für die gesamte Sitzung im Arbeitsspeicher verbleiben. Ein Angreifer mit Zugriff auf das System könnte diese Daten auslesen, ohne dass der Nutzer es bemerkt.
Welche Daten sind betroffen?
Laut den Untersuchungen sind sämtliche gespeicherten Login-Daten betroffen – von E-Mail-Konten über Social-Media-Zugänge bis hin zu Bankzugängen. Die Forscher demonstrierten, wie sie mit einem einfachen Speicher-Dump die Passwörter sichtbar machen konnten.
Wer ist gefährdet?
Die Sicherheitslücke betrifft alle Nutzer, die in Edge das Speichern von Passwörtern aktiviert haben. Besonders kritisch ist die Situation in Unternehmensumgebungen, wo viele Mitarbeiter ihre Unternehmenspasswörter im Browser ablegen. Auch auf geteilten Computern oder bei Geräten mit Schadsoftware ist das Risiko hoch.
- Edge-Nutzer, die Passwörter speichern
- Nutzer von Computern, die von mehreren Personen verwendet werden
- Geräte, die möglicherweise mit Malware infiziert sind
Microsofts Reaktion
Microsoft hat die Schwachstelle bereits bestätigt und arbeitet an einem Fix. Bis ein Update bereitsteht, rät das Unternehmen zu alternativen Maßnahmen. Dazu gehört die Nutzung eines externen Passwortmanagers, der die Zugangsdaten verschlüsselt speichert und separat schützt.
Empfehlungen für Nutzer
Bis der Fehler behoben ist, sollten Edge-Anwender die Passwortspeicher-Funktion deaktivieren. Alternativ können sie auf einen dedizierten Passwortmanager umsteigen, der die Daten sicherer verwahrt. Auch das regelmäßige Löschen des Arbeitsspeichers nach dem Surfen kann helfen, die Gefahr zu minimieren.
Die Entdeckung wirft erneut die Frage auf, wie sicher Browser mit sensiblen Nutzerdaten umgehen. Viele Anwender vertrauen darauf, dass ihre Passwörter gut geschützt sind – doch diese Lücke zeigt, dass das nicht immer der Fall ist. Es bleibt zu hoffen, dass Microsoft das Problem schnell behebt und andere Hersteller ihre Systeme ebenfalls überprüfen.
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