Was die Unfallversicherung leistet
Ist eine Person aufgrund eines Unfalls dauerhaft invalid, so kommt die Unfallversicherung unter anderem für die Kosten von Rehabilitationsmaßnahmen oder Therapien auf. Auch die Lohneinbußen werden von der Versicherung ausgeglichen. Zudem werden auch Kosten für eventuell notwendige Umbauten am Fahrzeug oder in der Wohnung von der Unfallversicherung übernommen.

Die Höhe der gezahlten Summe im Schadensfall
Wie hoch die Summe ist, die im Falle eines Unfalls an den Geschädigten gezahlt wird, hängt vom Einzelfall ab. Auch die im Versicherungsvertrag vereinbarte Versicherungssumme ist nur ein Anhaltspunkt. Wie viel Geld die geschädigte Person letztendlich von seiner Unfallversicherung erhält, das hängt unter anderem davon ab, welcher Körperteil dauerhaft geschädigt ist oder welcher Körperteil durch den Unfall verloren wurde. Hier kommt die so genannte Gliedertaxe zum Tragen.

Die Gliedertaxe
Die Versicherungen zahlen nach Schweregrad der Invalidität. So bekommt ein Versicherter beim Verlust des Zeigefingers 15 Prozent der Deckungssumme während er für den Verlust eines Arms oder eines Beins (oberhalb des Knies) je 70 Prozent der Versicherungssumme erhält. Sind mehrere Körperteile betroffen, so summiert es sich, bis 100 Prozent erreicht sind.

Beispielrechnung 1
Ist die Deckungssumme der Unfallversicherung beispielhaft mit 100 000 Euro beziffert, so bekommt der Versicherte beim Verlust eines Beines oberhalb des Knies 70 Prozent der Versicherungssumme. Das heißt, ihm stehen 70 000 Euro zu. Verliert er durch einen Unfall beide Beine, würden ihm theoretisch 140 Prozent zustehen. Allerdings wird nur bis zum Erreichen von 100 Prozent Invalidität gezahlt, sodass der Versicherte in diesem Fall die Versicherungssumme von 100 000 Euro erhält.

Beispielrechnung 2
Bei Fällen wie der Beeinträchtigung der Sehkraft wird die Zahlung der Versicherungssumme oft noch gestaffelt. Beim vollständigen Verlust der Sehkraft auf einem Auge bekommt der Versicherte 40 Prozent der Deckungssumme. Stellt der Arzt fest, dass die Sehkraft durch den Unfall "nur" zu 50 Prozent beeinträchtig ist, stehen dem Versicherten nur 20 Prozent der Deckungssumme zu. Bei einer Versicherungssumme von 100 000 Euro wären das 20 000 Euro.

Progression
Mit der Progression ist es möglich, die Höhe der der Deckungssumme insgesamt gesehen zu erhöhen. Gängige Prozentsätze der Progression sind 100, 225 oder 350 Prozent. Verliert nun eine Person mit einer vereinbarten Deckungssumme von 100 000 Euro und einer Progression von 225 Prozent beide Beine, so erhält er nicht nur 100 000 Euro sondern 225 000 Euro.

Zusatzversicherung
Wer möchte, kann den Schutz seiner Unfallversicherung noch ausweiten. So ist es zum Beispiel möglich, Genesungsgeld und Krankenhaustagegeld mit in den Versicherungsschutz zu integrieren. Auf diese Weise bekommt man immer dann, wenn man aufgrund eines Unfalls im Krankenhaus liegen muss sofort Krankenhaustagegeld und diverse Kosten wie Medikamentenzuzahlungen ersetzt.

Unfallversicherung für Kinder
Kinder sind im Kindergarten oder in der Schule unfallversichert. Dennoch empfiehlt sich der Abschluss einer Unfallversicherung für Kinder. Denn die zahlt nicht nur bei körperlichen Schäden, die durch einen Unfall verursacht wurden, sondern auch bei körperlichen Beeinträchtigungen, die durch Krankheiten hervorgerufen wurden. Und Krankheit ist bei Kindern tatsächliche der häufigste Grund für eine Behinderung.

Kosten der Unfallversicherung
Die Kosten für eine Unfallversicherung belaufen sich auf jährlich etwa 90 bis 150 Euro. Die Höhe der Summe hängt

unter anderem vom Berufsrisiko ab, sondern auch von der Höhe der Deckungssumme. Und die sollte möglichst hoch gewählt werden, da die Deckungssumme durch die Gliedertaxe immer nur prozentual gezahlt wird.

Information ist wichtig
Auch eine Unfallversicherung kann viele Klauseln und Finten haben, die dem Versicherten im Ernstfall mehr schaden als nützen können. Deshalb sollte immer eine fundierte Beratung in Anspruch genommen werden. Hier kann man zum Beispiel erfahren, wie man sich im Falle eines Unfalls verhalten muss, um die Leistungen in Anspruch nehmen zu können und wo es Sparpotenzial gibt. Dies ist unter anderem bei jährlicher Zahlungsweise oder auch bei Familienversicherungen der Fall.

Fazit: Unfallversicherung sinnvoll
Für Personen, die nicht gesetzlich oder beruflich unfallversichert sind und für Kinder, ist eine Unfallversicherung durchaus sinnvoll. Wer jedoch voll im Berufsleben steht, für den könnte eine private Berufsunfähigkeitsversicherung viel sinnvoller sein, da diese auch eine private Unfallversicherung enthält. Wer sich beim Abschluss einer Unfallversicherung gut beraten lässt, der kann nicht nur sparen, der hat auch im Ernstfall mehr von seiner Versicherung. Ein Unfall kann sehr schnell passieren, da ist es wichtig gut abgesichert zu sein.

Hier geht es zum 1. Teil.