Unter diesem Motto wurde vom BÖLW ein Thesenpapier verfasst und bereits vor zwei Jahren veröffentlicht. Darin sind fünf Schwerpunkte aufgeführt, die jeweils dreigeteilt sind: „Die Herausforderung“, „Das Ziel“ und „Die Maßnahmen.

Die fünf Thesen zum Thema Ernährungswende lauten (in der Zusammenfassung):

1. Recht auf Nahrung
- wettbewerbsverzerrende Subventionen abschaffen; ausschließlich ökologische
und soziale Leistungen, die für Gesellschaft und Natur erbracht werden, werden honoriert;
Exportsubventionen endgültig abschaffen
- Börsenhandel mit Nahrungsmitteln streng regulieren
- Sonderstatus der Landwirtschaft innerhalb der WTO-Handelsregeln einführen

2. Nachhaltige Ernährung
- Fächer Ernährungslehre, Kochen, Hauswirtschaft an allgemeinbildenden Schulen
einführen – ausgerichtet an einem nachhaltigen Ernährungsstil
- öffentliche Kantinen auf ökologische Kost umstellen

3. Artgerechte Tierhaltung
- staatliche Investitionszuschüsse für Stallneu- und Umbauten werden in den Bundesländern nur noch für artgerechte Tierhaltungssysteme gewährt, die über gesetzlichem Mindeststandard liegen
- Strategie umsetzen, mit der die Betriebe in einer bestimmten Übergangsfrist auf artgerechte
Tierhaltung umstellen müssen; sie wird dann im Tierschutzgesetz verankert

4. Kreislaufwirtschaft
- durch Produktion bedingte Umwelt- und sonstige gesellschaftliche Kosten den Verursachern
zuordnen, durch eine Abgabe auf synthetischen Stickstoff, Pestizide und Importeiweiß sowie deren Umlage zur Förderung nachhaltiger Produktionssysteme
-

Böden dürfen nur noch bei gleichzeitiger Entsiegelung anderer Flächen versiegelt werden

5. Öko-soziale Marktwirtschaft
- Wirtschaftsleistung mittelfristig mit dem Nationalen Wohlfahrts-Indikator (NWI) statt des Bruttosozialprodukts messen
- betriebliche Umweltmanagementsysteme in Verarbeitungs- und Handelsbetrieben als Basis

Die ausführliche Version zu „100% Bio – jetzt! 5 Thesen zur Ernährungswende“ ist abrufbar unter www.boelw.de.