Die Wurzeln von Capoeira gehen zurück bis ins 16. Jahrhundert zur Zeit der Sklaverei in Brasilien. Sklaven durften keine Waffen besitzen und keine Kampfkünste ausüben. Ihnen blieben nur Hände und Füße, um sich zu wehren. So tarnten sie ihre Kämpfe als Tanz und dadurch wurde Capoeira weit mehr als nur Kampf sondern auch Spiel, Lebensgefühl und Freude an der Bewegung! In einem alten Sklavenlied hieß es:

CAPOEIRA IST EINE KUNST
CAPOEIRA IST EIN KAMPF
CAPOEIRA IST EIN BALLETT
CAPOEIRA IST FREIHEIT

Heute vereint der "Kampftanz" Elemente wie Kampfsport, Akrobatik und Musik: Die Kämpfer müssen Grazie, Geschicklichkeit und viel Muskelkraft mitbringen. Begleitet werden sie bei ihrem Spiel durch Gesang und den Rhythmus verschiedenster Instrumente.

Gekämpft wird bei Capoeira in der sogenannten Capoeira-Roda. Das ist ein Kreis, an dessen einer Seite sich die bateria – die Band mit ihren Instrumenten niederlässt. Die Musikanten haben eine ganz wichtige Rolle im Spiel. Sie geben den Rhythmus an und beenden das Spiel mit einem kurzen Ausruf "ieeh!"

Ehe die Kämpfer ihr Spiel beginnen, begrüßen sie sich mit Händeschütteln. Ihren Gegner versuchen die Spieler durch Gerissenheit und blitzschnelle Tritte zu verwirren. Im passenden Moment wird der Gegner dann mit einer

rasteira aus dem Gleichgewicht gebracht. Trotzdem Capoeira ein Kampf ist, gehen die Spieler sehr respektvoll miteinander um. Auch nach dem Kampf bedanken sie sich und verabschieden sich voneinander.

In Brasilien ist dieser Kampf fasst so beliebt wie Fußball und auch in Europa erfreut sich Capoeira immer größerer Beliebtheit. Auch in Deutschland gibt es vielen Städten Sportvereine, die den "Kampftanz" anbieten.