Ester genannt Pookie reist mit ihren beiden Töchtern durch zahlreiche Städte. Immer auf der Flucht vor Geldsorgen, einer zerrütteten Ehe und beruflichen Niederlagen. Sie findet keinen Halt im Leben und sieht ihren Ausweg im Alkohol.

In diesem Umfeld lernen die Mädchen nicht, wie wirkliche Liebe aussieht und auch nicht was Loyalität bedeutet.

Sarah und Emily versuchen auf verschiedene Weise, aus ihrer unglücklichen Familie zu entkommen. Für Sarah ist die Ehe der sichere Hafen. Sie heiratet früh und zeiht drei Kinder groß. Aus dem einst so schönen Mädchen wird schließlich eine unglückliche Ehefrau, Mutter und schlussendlich eine dicke Matrone. Gewalt und Alkohol stehen auf dem Tagesplan.

Emily scheint mehr Glück zu haben. Sie bekommt ein Stipendium, wird erfolgreiche Werbetexterin und Journalistin. Doch beziehungstechnisch will es nicht so recht klappen: Ihr modernes Intellektuellenleben ist bestimmt von unzähligen Affären, wilden Partys und jeder Menge Drinks. Am Ende bleibt sie einsam und verlassen. Auf den beruflichen Abstieg folgt schließlich auch der soziale.

Schnörkellos, prägnant und kraftvoll berichtet Richard Yates fast emotionslos aus dem Leben der beiden Schwestern. Dabei urteilt er ebenso wenig über sie, wie er sich ebenso wenig über sie lustig macht. Auf gewisse Weise verbindet ihn ein enges Band mit seinen Protagonistinnen. Er selbst war auch dem Alkohol verfallen und starb psychisch verendet.

Sein bereits 1976 erschienener Roman

hat über die Jahre hinweg nicht an Wahrheit und Bestand verloren.

Der Titel des Buches - „Easter Parade“ – bezieht sich übrigens auf einen New Yorker Osterbrauch, beim dem man sich auf der Fifth Avenue in bester Robe präsentiert, getreu dem Motto mehr Schein als Sein.

Autor: Richard Yates
Verlag: btb
Preis: 19.95 Euro