"Geboren" wurde Australian Football in der Region von Melbourne in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die australische Stadt war damals gerade circa 15 Jahre alt. Aus allen Teilen der Erde strömten Menschen nach Melbourne, um von dort aus zu den Goldfelder der Region aufzubrechen.

Mit Sport hatten die Goldgräber jedoch gar nichts am Hut, die Einheimischen dagegen umso mehr. Sie begeisterten sich sehr für englische Sportarten wie Rugby oder Cricket. Für diese Spielarten gab es damals allerdings noch keine festen Regeln. Es war einfach nicht möglich gegeneinander zu spielen.

Irgendwann kam es dazu, dass in diesem Wirrwarr neue Regelvariationen auftauchten, die sich keiner der

traditionellen Sportarten zuordnen ließen: Die Australian Rules, die australischen Regeln, waren geboren. Doch es dauerte bis 1859, ehe sich jemand aufraffen konnte, die Regeln zusammenzufassen und aufzuschreiben.

Gar nicht zimperlich

Auf einem 165m langen und 135m breiten Spielfeld kämpfen zwei Teams à 15 Mann ohne Polster und ohne Helme um einen eiförmigen Ball. Der Ball wird von den Spielern getragen, mit dem Fuß geschossen oder per Faustschlag zugespielt.

Das Besondere an diesem Spiel ist das "Mark", eine Art Freischuss. Ein Spieler erhält ein Mark, wenn er den Ball in der Luft fängt. Er darf sich dann in Ruhe ein neues Ziel aussuchen, vom dem aus es weitergehen soll.

Punkte – 6 Stück - erhält ein Team dann, wenn der Ball durch das Haupttor (Goal) geschossen wurde. Nur einen Punkt bekommt man, wenn der Ball durchs Nebentor geht oder durch eines der Tore getragen wurde.

Wie ein Spieler an den Ball kommt ist ziemlich egal. Zimperlich geht es dabei jedenfalls nicht zu - der Gegner darf sogar als Trittleiter benutzt werden. Ein ungeheuer spannendes, schnelles Siel, das im Gegensatz zum amerikanischen Football nicht dauernd unterbrochen wird.