Normalerweise ist für die Vorbereitung für den Einsatz von Zahnimplantaten eine Operation unter Vollnarkose notwendig. Bei dieser OP wird entweder aus dem Kiefer- oder der Beckenregion Knochenmaterial entnommen. Ein solcher Eingriff ist wie jede Operation belastend und nicht risikofrei, insbesondere für ältere Patienten. Die Nutzung von Fremdmaterialien (homologe Augumentation) birgt dagegen immer die Gefahr von Abstoßungsreaktionen.

In einer Ausgabe aus dem Jahr 2008 berichtet die amerikanische Fachzeitschrift Journal of Periodontology erstmals über eine Fallstudie, bei der die Düsseldorfer Zahnärzte Prof. Zafiropoulos und Dr. Christian Beaumont eigens gezüchtetes Knochenmaterial erfolgreich zum Kieferaufbau verwendet haben, um anschließend Implantate einzusetzen.

Dieses Verfahren ist besonders schonend für die Patienten: Ihnen wird lediglich unter örtlicher Betäubung eine kleine Menge Knochenhaut entnommen, aus der dann neues knochenbildendes Gewebe gezüchtet wird. Die so gewonnenen knochenbildenden Zellen werden in ein biologisch abbaubares Grundgerüst (so genannte Trägervliese) eingebracht, in dem die Zellen in allen Richtungen weiter wachsen können - zu der Form, die der Zahnarzt benötigt.

Prof. Zafiropoulos, der an der Universität Mainz lehrt, hat das Verfahren mit seinem Kollegen Dr. Beaumont in ihrer Praxis "Blaues Haus" in Düsseldorf erprobt. Sein Fazit: "Die Verwendung von gezüchtetem Knochen ist eine vollwertige, schonende und risikoarme

Alternative zu den bisherigen Verfahren. Die Knochenhöhe nach der Operation war wie geplant signifikant erhöht, vor allem kam es weder in der Folge der Augumentation noch nach dem Einsatz der Implantate es zu Entzündungen oder sonstigen Komplikationen."

Im Jahr 2015 angekommen wird dieses Verfahren mittlerweile sehr häufig in der Kieferchirurgie angewendet, sei es für gezüchtete Echtknochen oder für künstlich erzeugtes Knochengewebe.