Zu Beginn des ersten Verhandlungstages – angesetzt sind fünf – las Oliver Wallasch, der Anwalt von Nadja Banaissa, laut „Bild.de“ diese Erklärung vor: „Meine Mandantin lässt sich wie folgt ein: Vorausschicken möchte ich, dass mir das Verfahren und die Zeit in U-Haft vor Augen geführt haben, dass mein Umgang mit der HIV-Erkrankung falsch war. (...) Es ist zutreffend, dass ich seit 1999 von der Infektion wusste. Dies wurde im Rahmen einer Routineuntersuchung während der Schwangerschaft festgestellt. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Ich weiß nicht, bei welcher Gelegenheit ich mich angesteckt habe. Die ganze Sorge galt damals meiner ungeborenen Tochter. Sie hat sich nicht infiziert.“
Auch die 28-jährige Angeklagte kam zu Wort und sprach unter anderem über ihre Vergangenheit: „Mit 12 bekam ich Probleme und geriet in den falschen Freundeskreis. Ich geriet auf die schiefe Bahn und nahm Drogen. Erst Alkohol und Gras, mit 14 wurde ich dann Crack-süchtig – ohne so recht zu wissen, was das ist. Ich landete auf der Straße. Zu meinen Eltern hatte ich zu dieser Zeit ein sehr schlechtes Verhältnis. Mit 16 habe ich dann erfahren, dass ich schwanger war. Ich habe es als Chance gesehen, von der Droge loszukommen. (...) Ich lebe jetzt sehr gesund und

habe seit einiger Zeit überhaupt keinen Alkohol mehr getrunken.“
Ein 34-jähriger Nebenkläger äußerte sich ebenfalls vor Gericht: „Wir hatten etwa fünf- bis siebenmal Geschlechtsverkehr, davon etwa dreimal ungeschützt. (...) Ich ging zum Arzt. Nach wenigen Stunden sagte der Arzt, ich solle vorbeikommen. Da wusste ich, dass ich positiv bin.“