Marcel Reich-Ranicki hatte bekanntlich während der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2008 für einen Eklat gesorgt, weil er den Ehrenpreis für sein Lebenswerk aus den Händen von Freund und Laudator Thomas Gottschalk nicht entgegennehmen wollte. Vielmehr beschwerte sich der Literaturkritiker über die schlechte Qualität des deutschen Fernsehens. Elke Heidenreich hatte Reich-Ranickis Äußerungen als nahezu Einzige uneingeschränkt verteidigt und sogar ihren eigenen Sender, das ZDF, angegriffen.
Thomas Gottschalk arbeitet auch fürs ZDF und hat sich in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über die 65-Jährige geäußert: Er vermutet dahinter nämlich eine Kränkung. „Dass eine so kluge Frau aus der Hochkulturabteilung sich zu so einem polternden Ausbruch gekränkter Eitelkeit hinreißen ließ, nur weil nicht sie die Laudatio auf

Reich-Ranicki halten durfte, wirkte auf mich höchst krampflösend“, sagte der „Wetten, dass..?“-Moderator.
Elke Heidenreich hatte nach der Preisverleihung verlauten lassen, dass Marcel Reich-Ranicki und sie sich eigentlich darüber einig gewesen seien, dass sie die Laudatio auf ihn hält – und nicht Thomas Gottschalk. Außerdem bezeichnete sie Gottschalks Rede auf Reich-Ranicki unter anderem als banal und lächerlich. Ihr Angriff auf seine Person habe ihn aber nicht sonderlich berührt, so Gottschalk im „Spiegel“ – auch, wenn ihn „das Gekeife in dieser Schrillheit dann doch überrascht hat“. Und schließlich meinte der 58-Jährige: „Frau Heidenreich hat sich verhalten wie eine beleidigte Leberwurst.“