Das Patent für Glyphosat beziehungsweise das sogenannte Totalherbizid Roudup erhielt der Gentechnik- und Chemiekonzern Monsanto im Jahr 1971. Drei Jahre später wurde es erstmals verkauft.

Mittlerweile gibt es über 90 Chemieunternehmen, die Glyphosat herstellen – über 40 Prozent des Unkrautvernichtungsmittels kommen aus China. Das hat auch damit zu tun, dass Monsantos Glyphosat-Patente mittlerweile in den meisten Ländern abgelaufen sind.

Glyphosat: Neue Abstimmung
Die derzeitige EU-Zulassung sollte eigentlich zum 31. Dezember 2015 auslaufen. Am 20. Oktober desselben Jahres verlängerte die EU-Kommission die Zulassung bis zum 30. Juni 2016, weil sich die Neubewertung dieser Chemikalie aus Gründen verzögerte, auf die die Antragsteller, also Monsanto & Co., keinen Einfluss hatten.

Anfang März dieses Jahres hatte die EU eine Entscheidung über die Wiederzulassung von Glyphosat vertagt, weil keine Mehrheit für

den Beschluss zustande kam.

Der Leak zur neuen Beschlussfassung
In einem Newsletter vom 29. April 2016 vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) e.V. wurde mitgeteilt, dass Informationen aus der Beschlussfassung für den 18. Mai vorab durch einen Leak bekannt gemacht worden seien.

„Liebe Unterstützerin, lieber Unterstützer,

jetzt ist er raus: Der Kompromissvorschlag der EU-Kommission, um die Glyphosat-Wiederzulassung am 18. Mai doch noch über die Bühne zu bringen. Die EU will Glyphosat jetzt für "nur" 10 statt 15 Jahre zulassen. Und ein schwaches Sätzlein soll den Anschein erwecken, der Schutz der biologischen Vielfalt wäre damit bedacht“, beginnt das Newsletter-Anschreiben. Besagter Satz laute: „Achten Sie auf die biologische Vielfalt.“

Glyphosat: Position des deutschen Umweltministeriums und Appell
Das Bundesumweltministerium wolle seine Zustimmung zur Wiederzulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in der EU unter Vorbehalt erteilen. Denn die Chemikalie habe gravierende Auswirkungen auf zahlreiche Pflanzen und Tiere. Das sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär des Ministeriums, in einem am 28. April 2016 veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Bundesumweltministerien Barbara Hendricks habe laut BUND am 13. April 2016 auf ihrer Facebook-Seite verkündet, dass es ohne Auflagen keine Zustimmung der Bundesregierung für die Wiederzulassung von Glyphosat geben werde.

Hier ist es möglich, den an Ministerin Hendricks adressierten Appell „Keine Glyphosat-Wiederzulassung“ zu unterschreiben: https://aktion.bund.net/keine-glyphosat-wiederzulassung.