Die Wissenschaftler um Jeanne Altmann arbeiten an der Princeton University im US-amerikanischen Bundesstaat New Jersey. Schon in früheren Forschungen hatten sie festgestellt, dass Pavianmännchen trotz wechselnder Partnerschaften den eigenen Nachwuchs erkennen können und ihm bei Auseinandersetzungen mit anderen Pavianen beistehen.
Das Forscherteam war dabei stets am Kilimandscharo unterwegs, um das Verhalten der Paviane zu beobachten. Für die aktuelle Studie haben die Wissenschaftler insgesamt Daten

von 118 afrikanischen Steppenpavianen (Papio cynocephalus) aus drei Jahrzehnten ausgewertet – mit diesem Ergebnis: Weibliche Nachkommen unter der Obhut des Vaters erlangen schneller die Geschlechtsreife und bekommen dann auch mehr Nachwuchs. Bisher waren Verhaltensforscher davon ausgegangen, dass der Vater in Tiergesellschaften ohne feste Paarbindung nur eine untergeordnete Rolle für den Nachwuchs spielt. So paaren sich Paviane für gewöhnlich mit mehreren Artgenossen. Für Pavianjungen brachte die Anwesenheit ihres Vaters nur dann Vorteile, wenn dieser innerhalb der Gruppe einen hohen Rang einnimmt.
Die Forscher erklären ihre Ergebnisse damit, wie im Journal „PNAS“ („Proceedings of the National Academy of Sciences“) nachzulesen ist, dass der Vater bei Schwierigkeiten oder bei Suche nach Futter Hilfe leistet. Das sei vor allem für die Töchter gut, die mit den anderen Weibchen einer Gruppe in Konkurrenz stehen, denn gegen Weibchen könne der – größere und stärkere – Vater seinen Nachwuchs gut verteidigen. Ihre Söhne dagegen haben als Rivalen die Männchen der Gruppe, vor denen sie nur ein ranghöherer Vater in Schutz nehmen könne. Die Wissenschaftler nehmen an, dass sich auch anderen Affenarten so verhalten.