Obwohl kaum einer den Namen des Berliner Komponisten kennt, kennt fast jeder eines seiner Werke. Seien es das von Katja Ebstein gesungene "Wunder gibt es immer wieder", Drafi Deutschers "Marmor, Stein und Eisen bricht", der vielfach interpretierte Gassenhauer "Schnaps das war sein letzes Wort" oder Musik für Heinz-Erhardt-Filme.

Über 600 Titel hat "Hermann Otto" Gaze im Laufe seines Schaffens als Komponist geschrieben. Davon Musik für sage und schreibe 32 Filme von 1951-1963. Dabei war Gaze ursprünglich Jurist. Als

Sohn eines Rechtsanwaltes in Halle an der Saale geboren, machte er in den 30er Jahren seinen Juraabschluss. Auch sein Vater betätigte sich bereits sowohl als Jurist, als auch Komponist.

Sein musikalischer Durchbruch gelang Gaze 1943 mit dem Lied "Laternchen, Laternchen", zu dem er auch den Text verfasst hatte. 1945 wurde Heino Gaze hauptberuflich Musiker und übernahm die musikalische Leitung des Kabaretts der Komiker in Berlin. In den 50er und 60er Jahren arbeitete er als freischaffender Musiker und betrieb seinen eigenen Musikverlag, "Takt und Ton". Nicht unüblich für die damalige Zeit.

Gaze komponierte nicht nur Schlager und Filmmusik, sondern auch Kinderlieder. Er war überaus talentiert und fleissig. Vielleicht war der Preis ein relativ kurzes Leben. Er wurde nicht mal 60 Jahre alt.

"Unvergesslich das Haus mit allem Drum und Dran, wie er es zu führen verstand, [...] die hart und sauber gestimmten Flügel, vierhändig mit Günter Neumann, die köstlichen Weine, Heino Gaze selbst mit unvergleichlichem Charme die Gläser nachfüllend, Herr vom Scheitel bis zur Sohle, beredt wortkarg, manchmal in der Rolle des Schwerenöters, aber stets bereit zur Selbstironie, ohne Furcht und Tadel, ein Ritter. Der Ritter de Gaze aus alter Hugenottenfamilie, auch ein Gaukler, auch ein Charmeur, einer der viel Freude gemacht hat und noch machen wird, über den Tod hinaus. Nur 59 Jahre waren ihm beschieden."So ein Auszug aus seinem Nachruf im Berliner Tagesspiegel von 1967.