Nach einem schweren Schlaganfall im Jahr 1993 sagte er noch: „Ich werde spielen, bis ich vom Schemel falle.“ Nun ist Oscar Peterson am Sonntag im Alter von 82 Jahren an Nierenversagen in seinem Haus in einem Vorort von Toronto verstorben.
Geboren wurde Oscar Emmanuel Peterson am 15. August 1925 in Montréal. Er wurde in einer Musikerfamilie groß: Bereits mit fünf Jahren erhielt er Trompetenunterricht – sein Vorbild war Louis Armstrong –, musste

aber wegen Tuberkulose damit aufhören. Während des einjährigen Krankenhausaufenthaltes entdeckte er aber das Klavier für sich und übte fortan fleißig. In den vierziger Jahre startet seine musikalische Karriere: Mit 17 Jahren trat er dem Johnny Holmes Orchestra bei, wo lernte er zudem das Komponieren und Arrangieren. In den fünfziger Jahren war er Mitglied des Peterson-Brown-Thigpen- sowie des Peterson-Ellis-Brown-Trios. Oscar Peterson stand mit allen bekannten Jazzgrößen auf der Bühne: Louis Armstrong, Count Basie, Nat King Cole, Duke Ellington, Ella Fitzgerald, Stan Getz, Dizzy Gillespie, Billie Holiday und Charlie Parker. Weltberühmt wurde er schließlich in den sechziger Jahre durch den Start seiner Solokarriere: Er veröffentlichte unzählige Alben, bekam acht Grammys – 1997 für sein Lebenswerk – und wurde mehrfach durch die Reaktion des US-Magazin „Downbeat“ zum besten Jazzpianisten gekürt. Darüber hinaus wurde er in mindestens acht verschiedene „Halls of Fame“ eingetragen, also nicht nur des Jazz’. Und mehr als ein Dutzend Universitäten verliehen ihm die Ehrendoktorwürde… Damit ist klar, dass die Welt mit Oscar Peterson einer ganz großen Musiker verloren hat.