Meist gönnen sich Touristen diese Art der Stadtführung oder Menschen die das als romantisch empfinden. Doch nicht nur die horrenden Preise solcher Angebote sollten einen vernunftbegabten Menschen von einer solchen Unternehmung abhalten sondern auch ein Mindestmaß an Mitgefühl gegenüber den Tieren.

Nostalgische Gefühle soll eine Kutschfahrt wecken. Ein Gefühl davon vermitteln, wie es war von Pferden durch die breiten Straßen von Berlin gezogen zu werden. Aber Berlin ist längst kein Ort mehr für diese sanften Riesen. Zumindest nicht der Teil wo sie stehen und mit ihren Kutschern auf Kundschaft warten, wie etwa vor dem Brandenburger Tor.

Die Tiere warten teilweise viele Stunden angeschirrt vor der Kutsche und stehen dabei auf hartem Asphalt. "Die meisten Pferde urinieren nicht auf hartem Boden wie Asphalt. So sind die Tiere gezwungen, den Urin den Tag über zu halten", so Yvonne Gall, Amtstierärztin im Bezirk Mitte. Und ein solcher Arbeitstag dauert unter Umständen 14 Stunden. Denn das Führen von Kutschen unterliegt in Berlin nur wenigen Regeln.

Bis vor einigen Jahren existierte noch nicht einmal eine einheitliche Kutschenverordnung für die Hauptstadt. Kutscher benötigten weder einen Führerschein noch eine Erlaubnis zur Personenbeförderung. Seit einiger Zeit gibt es wenigstens Leitlinien, die Pferdefuhrwerksbetrieben einige Vorgaben machen, die von ihnen einzuhalten sind.
Eine

einheitliche Kennzeichnung von Kutschen, um etwa deren Fahrzeiten und den Einsatz der Pferde zu kontrollieren, gibt es nach wie vor nicht eben so wenig wie geeignete Rastplätze für die Tiere. Die hohe Belastung durch Abgase für die Pferde kommt noch hinzu.

Es liegt also nach wie vor bei den Touristen, ob sie Kutschfahrten in Deutschlands Metropole weiterhin annehmen...