Berliner Kutschpferde nahezu schutzlos
Nostalgische Gefühle soll eine Kutschfahrt wecken. Ein Gefühl davon vermitteln, wie es war von Pferden durch die breiten Strassen von Berlin gezogen zu werden. Aber Berlin ist längst
kein Ort mehr für diese sanften Riesen. Zumindest nicht der Teil wo sie stehen und mit ihren Kutschern auf Kundschaft warten, wie etwa vor dem Brandenburger Tor.
Die Tiere warten teilweise viele Stunden angeschirrt vor der Kutsche und stehen dabei auf hartem Asphalt. "Die meisten Pferde urinieren nicht auf hartem Boden wie Asphalt. So sind die Tiere gezwungen, den Urin den Tag über zu halten", so Yvonne Gall, Amtstierärztin im Bezirk Mitte. Und ein solcher Arbeitstag dauert unter Umständen 14 Stunden. Denn das Führen von Kutschen unterliegt in Berlin kaum Regeln.
So etwas wie eine einheitliche Kutschenverordnung für die Hauptstadt existiert nicht. "Kutscher benötigen weder einen Führerschein, noch eine Erlaubnis zur Personenbeförderung", bemängelt Daniel Buchholz, tierschutzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. "Es ist ein Unding."
Es gibt keine einheitliche Kennzeichnung von Kutschen um deren Fahrzeiten und den Einsatz der Pferde zu kontrollieren, keine geeigneten Rastplätze und Grundversorgung für die Pferde und eine hohe Belastung durch Abgase für die Tiere.
"Wir arbeiten momentan an Leitlinien, die den Einsatz von Kutschpferden genauer regeln sollen", sagt eine Sprecherin.
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