Alice Schwarzer, Gründerin und Herausgeberin der Zeitschrift „Emma“, wurde am 4. Mai mit dem Ludwig-Börne-Preis geehrt. Dieser ist mit 20.00 Euro dotiert und wird seit dem Jahr 1993 vergeben. Schwarzer durfte den Preis in der Paulskirche in Frankfurt am Main entgegennehmen. Harald Schmidt, der die Laudatio, hielt, sagte über die nicht unumstrittene Journalistin und Autorin zahlreicher Bücher: Schwarzer schreibe mit „heißem Herz“ und könne auch „nerven“. Doch nicht jeder, der nerve, habe auch ihre Qualitäten. Und dann witzelte Schmidt auch noch: „Wir haben verstanden: Als Mann wird man nicht geboren, man wird es“, wie auf „Welt Online“ nachgelesen werden kann.
Vor Beginn der Preisverleihung hatten übrigens Vertreterinnen der Frankfurter Prostituierten-Organisation „Dona Carmen“ gegen die Auszeichnung protetiert: Schwarzer missbrauche ihre Stellung, um Frauen, die sich prostituieren, gezielt herabzuwürdigen. Die Journalistin hatte mehrfach Kritik an den seit dem Jahr 2002 geltenden Prostituierten-Gesetze geübt, da diese die Verfolgung von Zuhältern und Menschenhändlern erschweren würden.
Inge Deutschkron wurde ebenfalls am gestrigen Sonntag geehrt, und zwar mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik der Stadt Oldenburg 2008. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen. Zur Ehrung Deutschkrons hieß es in der Urteilsbegründung: „Ihr Lebenswerk steht im Zeichen des fortdauernden Engagements für Demokratie und Menschenrechte und gegen alle Formen des Rassismus“. So habe Deutschkron es als Schriftstellerin geschafft, eindringlich Erfahrungen der Verfolgung und des Widerstands gegen den Nationalsozialismus einem großen Publikum zu vermitteln. Mit ihrem Eintreten für die „stillen Helden“, denen auch die Autorin ihr Überleben als Jüdin in Berlin während der Zeit des Dritten Reiches verdanke, erinnere sie stetig an Menschen, die Juden vor der Ermordung retteten. So sei Inge Deutschkron nicht nur im In-, sondern auch im Ausland eine hoch geschätzte Persönlichkeit und eine streitbare Mahnerin gegen das Vergessen, wie auf „Tagesschau.de“ zu lesen ist.