Beim Gemüseputzen in der Küche, beim Waschbecken putzen im Bad oder beim die Treppe hinaufgehen halten wir unseren Geist bei dem konkreten Vorgang, der gerade statt findet. Das bedeutet: Wir spüren, wie wir das Messer halten, wie wir die Karotten schneiden, wir spüren wie wir mit dem Schwämmchen das Becken auswischen, wir spüren unsere Füße, während wir die Treppe hoch steigen. Dies macht das Gemüseputzen, Becken auswischen, Treppe hochsteigen zu einer Meditation, denn unser Geist ist jetzt mit vollem Bewusstsein dabei, und wir kommen immer mehr in unserer konkreten Wirklichkeit in diesem Augenblick an.
Wenn wir den Geist so bei dem konkreten körperlichen Vorgang von Augenblick zu Augenblick halten, fängt er an, sich darin zu sammeln, und die üblichen gedanklichen Aktivitäten kommen durch diese Sammlung zur Ruhe. Unsere Konzentration sollte aber nicht krampfhaft sein, sondern mit Leichtigkeit einhergehen, und dies geschieht, wenn wir uns während des konkreten Vorganges unseres Atems immer wieder bewusst sind:

"Mit der Einatmung spüre ich, wie ich das Messer in der Hand halte. Mit der Ausatmung spüre ich, wie ich die Karotte schneide." Durch die Konzentration auf die körperlichen Empfindungen während des konkreten Vorganges, der gerade stattfindet, entsteht Freude im Geist. Er wird offen und weich. Diese Freude des konzentrierten Geistes nährt uns. Dadurch brauchen wir immer weniger von außen, um uns wohl zu fühlen; wir

finden zu dem Frieden, der schon immer in uns ist zurück.

Wenn wir in unsere Gedanken hineinschauen, können wir feststellen, dass sie häufig negativ sind, indem sie sich als Gefühle der Schuld, des Ärgers, der Rache, des Beleidigtseins,
auf die Vergangenheit beziehen, oder als Ängste und Sorgen in Bezug auf die Zukunft ausdrücken.
Wenn der Geist nun durch unsere Übung immer mehr im Spüren der körperlichen Empfindungen verankert ist, vor allem im Spüren der Atembewegung, entspannen sich Körper und Geist immer mehr.
Alle Tätigkeiten, die wir achtsam ausführen, fangen an, uns immer mehr Freude zu machen. Unser Leben bekommt Frische, Lebendigkeit und Sinn, und wir werden wieder zu Kindern, die alles neu entdecken und erforschen.

Wir hören auf, in unserem Leben dauernd hinter etwas herzurennen, von dem wir denken, das bringt uns das Glück und wir hören auf, dauernd vor etwas auf der Flucht zu sein, was nicht so bequem und angenehm ist.

Wir erkennen und akzeptieren auch immer mehr die Vergänglichkeit aller Erscheinungsformen, und das hilft uns, wirklich ganz wach und gelassen da zu sein – in diesem Augenblick.