Das Wort „Hamam“ ist die deutsche und türkische Schreibweise für das arabische Wort „Hammam“, mit dem laut Duden ein Badehaus im Vorderen Orient bezeichnet wird. Dem liegt das griechisch-römische Bad zugrunde, wie es die Byzanthiner genutzt haben. „Hammam“ deutet auf die kulturellen Wurzeln hin: Der Hamam ist besonders in Arabien und der Türkei verbreitet; er gehört auch zum islamischen Glauben. Andere deutsche Bezeichnungen sind „Türkisches Bad“ oder „Orientalisches Bad“.

Der Haman: Aufbau und Nutzung
Meist ist ein Hamam aus Marmor gebaut. Die Räume haben eine Kuppel, durch Glas fällt Tageslicht herein. Geheizt werden sie via Fußbodenheizung, manchmal zusätzlich via Wandheizung. In der Mitte eines Raumes befindet sich eine kreisrunde Liegefläche. Das ist der sogenannte Nabelstein, auf dem gesessen wird.

An den Wänden des eigentlichen Hamam befinden sich Becken mit warmem und kaltem Wasser, mit dem sich der Besucher selbst regelmäßig übergießen sollte. Diese Aufgabe kann auch ein „Tellak“ übernehmen, der Bademeister und Masseur in einer Person ist.

Fürs Waschen gibt es einen Baumwollsack: Zuerst wird er eingeseift, dann wird er durch Schwenken mit Luft gefüllt, zugemacht und schließlich wie ein übergroßer Seifenlappen benutzt. Wer möchte, kann sich zudem massieren und/oder peelen lassen.

Wie in der Sauna folgt im Hamam auf einen Schwitzgang eine Erholungspause in einem kühleren Raum. In islamischen Ländern nutzen Frauen einen Hamambesuch darüber hinaus zum Epilieren und Männer zum Rasieren.

Frauen und Männer gehen nicht zusammen in den Haman. Das heißt, dass es entweder Räume für Frauen und für Männer gibt oder dass die Öffnungszeiten so gelegt werden, dass zu bestimmten Zeiten Frauen den Hamam betreten und zu anderen Zeiten Männer.

Die Temperaturen im Hamam
Im Vorbereitungsraum herrschen 25 bis 30 °C bei einer Luftfeuchte von 80 bis 90 Prozent. Im Schwitzraum sind es 32 bis 38 °C bei einer Luftfeuchte von 95 Prozent und im Sonderschwitzraum 35 bis 42 °C bei einer Luftfeuchte über 95 Prozent.

In großen deutschen Städten wie Berlin, Dresden und Hamburg gibt es mindestens ein Hamam - einfach die Suchmaschine des Vertrauens befragen.