Es waren 339.274 Patientendaten, die ein Forscherteam unter der Leitung von Huseyin Naci von der London School of Economics und der Harvard Medical School ausgewertet hat. Die Resultate und Empfehlungen der Wissenschaftler wurde im Fachmagazin „British Medical Journal“ am 1. Oktober 2013 veröffentlicht. Im Rahmen der Studie sollte vor allem geprüft werden, ob sportliche Betätigung Auswirkungen auf die Sterblichkeit hat oder ob die Einnahme von Medikamenten die Mortalität senkte.

Nicht bei jeder Krankheit ist Sport das Heilmittel
Sporttreiben helfe gegen gewisse Krankheiten – dazu werden zum Beispiel Schlaganfall und Vorstufen von Diabetes Typ 2 gezählt – genauso gut oder sogar besser als die Einnahme eines Medikaments beziehungsweise mehrerer Medikamente zur Behandlung dieser oder jener Krankheit.

Besonders Schlaganfallpatienten, die sich in der Rehabilitationsphase befinden, würde es zugutekommen, sich mehr zu bewegen. Patienten, die an einer Herzkrankheit leiden, und Patienten, deren Blutzuckerwerte darauf schließen lassen, dass sie Diabetes Typ 2 bekommen könnten, würden wie folgt von aktivem Sport profitieren: Sport hatte in den meisten der für diese Studie untersuchten Fällen so gewirkt wie eine Behandlung mit Statinen, die zur Senkung des Cholesterinspiegels angewendet werden.

Die Forscher um Huseyin Naci sprechen sich nun dafür aus,

in Zukunft statt eines Arzneimittels Sport zu verschreiben. Sie warnen gleichzeitig jeden davor, selbstständig Medikamente abzusetzen, weil er oder sie beginnen will, sportlich aktiv zu sein: Zuerst sollte jeder immer den Arzt seines Vertrauens befragen. Bei Patienten mit Herzversagen wurde nämlich festgestellt, dass Medikamente mit einer harntreibenden Wirkung besser für die Genesung sind als Bewegungseinheiten.