Über das Warum können die Schlafforscher der Universität Basel und der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (noch) nichts sagen. Dass der Vollmondeinfluss einen Menschen schlechter schlafen lässt, das hat das Team unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Cajochen durch seine Untersuchungen im Schlaflabor herausgefunden: Die Wissenschaftler haben den Schlaf von 33 Testpersonen in verschiedenen Schlafphasen analysiert.

Die Testergebnisse
Dabei

stellte sich heraus, dass bei Vollmond die Aktivität in den Hirnarealen, die mit tiefem Schlaf in Verbindung gebracht werden, um 30 Prozent geringer war als normalerweise. Darüber hinaus haben die Probanden durchschnittlich fünf Minuten länger gebraucht, um einzuschlafen. Außerdem war der Schlaf 20 Minuten kürzer als sonst. Des Weiteren wurden bei den Untersuchten niedrigere Melatoninwerte ermittelt: Melatonin ist ein Hormon, das für die Regulierung von Schlaf- und Wachphasen notwendig ist.

Vollmond-Schlafprobleme: Beweis erbracht?
„Dies ist der erste zuverlässige Beweis, dass der Mondzyklus die Schlafstruktur bei Menschen beeinflussen kann“, meint Christian Cajochen von den Psychiatrischen Kliniken Basel im Aufsatz „Evidence that the Lunar Cycle Influences Human Sleep“, in dem die Studie und die Studienergebnisse vorgestellt werden und der in der Augustausgabe 2013 der Fachzeitschrift „Current Biology“ veröffentlicht wurde.
Was die Hintergründe zur Mondwirkung betrifft, könnte der „circalunare Rhythmus“ ein Relikt aus einer Zeit sein, als der Mond „möglicherweise verschiedene unserer Verhaltensmuster beeinflusst hat. Bei vielen Tierarten, vor allem bei Meereslebewesen, ist etwa der Einfluss des Mondlichts auf das Paarungsverhalten gut dokumentiert“, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität Basel. Und weiter: „Heutzutage überstrahlen meist andere Einflüsse des modernen Lebens wie elektrisches Licht den Einfluss des Mondes auf den Menschen. Die Studie zeigt aber, dass dieser in einem kontrollierten Umfeld wie dem Schlaflabor sicht- und messbar wird.“