Andere Bezeichnungen für ADHS sind „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom“ und „Hyperkinetische Störung (HKS)“. Mit allen drei Varianten ist eine psychische Störung, die im Kindesalter beginnt und sich durch Beeinträchtigungen in puncto Aufmerksamkeit und Impulsivität sowie mitunter auch in puncto Hyperaktivität äußert, gemeint. ADHS gilt als die häufigste Verhaltensstörung bei Kindern und Jugendlichen, wobei Jungen öfter betroffen sind als Mädchen, und wird häufig ausschließlich medikamentös behandelt.

Meinung über ADHS geändert?
Im Jahr 2009 hatte Leon Eisenberg, US-amerikanische Kinderpsychiater, Kinderpsychologe und Entdecker von ADHS, dem Wissenschaftsjournalisten Jörg Blech ein Interview gegeben. Blech hat erst nach dem Tod Eisenbergs ein paar Aussagen aus diesem Gespräch veröffentlicht: „ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung“, soll Leon Eisenberg behauptet haben. So sollten Kinderpsychiater genauer auf die psychosozialen Umständen achten, unter denen ihre Patienten aufwachsen. Zudem sollte das Verhältnis der Familienmitglieder zueinander untersucht werden, was sehr zeitaufwändig sein kann: „Eine Pille verschreibt sich dagegen ganz schnell.“

Der US-amerikanische Neurologe Dr. Richard Saul ist der Ansicht, dass ADHS lediglich eine Sammlung von Symptomen sei, die sehr unterschiedliche Ursachen haben können. Er schildert in seinem Buch „ADHD Does Not Exist“ zum Beispiel den Fall eines Mädchen, bei dem ADHS diagnostiziert wurde – bis sich herausstellte, dass es kurzsichtig ist: Es bekam eine Brille und die vermeintlichen ADHS-Symptome verschwanden.

Interview mit Richard Saul (Englisch)

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