Bereits in den siebziger Jahren haben Mediziner erkannt, dass sich in einer weiblichen Brust, die auf dem Röntgenbild auffallend dicht erscheint, mit größerer Wahrscheinlichkeit Krebs entwickelt. Diese Aussage wurde nun von kanadischen Forschern um Norman Boyd vom Ontario Krebsinstitut im Band 356 des Fachjournals „New England Journal of Medicine“ durch Belege untermauert: Die Wissenschaftler haben dazu die Daten dreier Studien ausgewertet, bei denen

rückblickend insgesamt 1.112 Mammografien von Brustkrebspatientinnen mit denen gesunder Frauen verglichen worden sind. Diese Untersuchung nahmen Radiologen vor, die nicht an den Mammografien selbst beteiligt waren. Ergebnis: Frauen, bei denen mehr als drei Viertel des durchleuchteten Gewebes als besonders dicht beurteilt wurde, hatten ein 4,7-fach höheres Risiko einer Brustkrebs-Diagnose als Frauen im gleichen Alter, bei denen weniger als zehn Prozent des Gewebes als besonders dicht wahrgenommen wurde. Dicht ist das Gewebe, wenn es aus viel Drüsen- und Bindegewebe besteht; wenig dicht, wenn es überwiegend aus Fettgewebe besteht, das auf der Röntgenaufnahme schwarz aussieht, da die Strahlen es durchdringen können.
Außerdem bestätigte die vorgestellte Studie die Bedeutung anderer, bereits bekannter Risikofaktoren: Die Frauen, die an Brustkrebs erkrankten, hatten im Durchschnitt früher ihre erste und später ihre letzte Regelblutung, sie waren häufiger kinderlos oder so genannte Spätgebärende, sie hatten häufiger Hormone zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden zu sich genommen und bei ihnen waren häufiger bereits andere Familienmitglieder an Brustkrebs erkrankt. Dennoch ist und bleibt der wichtigste und unbeeinflussbare Risikofaktor, an Brustkrebs zu erkranken, das Alter.