Wenn wir als kleine Kinder oft den herabsetzenden Worten durch unsere Eltern oder andere Erwachsene, Geschwister oder Freunde ausgesetzt waren, sind in unserem Herzen Wunden entstanden, wo wir oft lange brauchen, bis wir sie heilen können. Wenn wir uns dieser Wunden nicht bewusst sind, geben wir die Gewohnheitsenergie der verletzenden Rede wahrscheinlich ganz unbewusst an andere weiter.
Nur die Achtsamkeit in Bezug auf unsere Gedanken und Worte hilft uns, innezuhalten und nicht-verurteilende, nicht beschuldigende, sondern wertschätzende und aufbauende oder tröstende Worte zu benutzen.
Wenn wir in unserer Sprache nicht achtsam waren ist es wichtig, dass wir, sobald wir es bemerken, uns entschuldigen; spätestens wenn andere uns sagen, dass sie sich durch uns verletzt fühlten. Auch wenn wir denken, „dafür kann ich doch wirklich nichts, dass sie/er sich jetzt verletzt fühlt“ können wir sagen „Es tut mir leid, dass du dich verletzt fühlst. Es lag nicht in meiner Absicht, dich zu verletzen.“ Dadurch helfen wir der anderen Person sich zu heilen.
Wenn wir wirklich etwas Verletzendes gesagt haben, können wir uns nach unserer aufrichtigen Entschuldigung wieder ganz frei fühlen. Reue ist sehr hilfreich für uns

und unsere Umgebung, denn danach ist unser Herz wieder ganz unbelastet, und wir brauchen keinen Schuldkomplex zu entwickeln, sondern können uns einfach nur vornehmen, das nächste Mal achtsamer in unserer Sprache zu sein und lieber einmal den Mund zu halten, statt andere durch unsere Worte zu verletzen.
Bevor wir uns der Übung des achtsamen Sprechens zuwenden, ist es immer gut, auf einer ganz allgemeinen Ebene mit den erfrischenden und heilenden Energien in uns in Kontakt zu kommen, indem wir unsere Atembewegung spüren und uns bewusst werden, dass diese einfache Übung der Atem-Achtsamkeit eine Quelle der Freude, Stabilität und Gelassenheit für uns sein kann.
Am Ende unserer Übung der achtsamen, liebevollen Sprache können wir uns der Kostbarkeit unserer geistigen Übung der Achtsamkeit und der liebevollen Sprache bewusst werden, indem uns klar wird, dass sie uns hilft, stabile und liebevolle Beziehungen aufzubauen. Das wirkt sehr dem Prozess der Vereinsamung und Isolierung entgegen. Unter diesen Gefühlen leiden heute viele Menschen.

  1. Einatmend spüre ich wie ich einatme Ausatmend spüre ich wie ich ausatme
  2. Jede bewusste Einatmung bringt mir Frische
    Jede bewusste Ausatmung bringt mir Stabilität
  3. Jede bewusste Einatmung bringt mir Freude
    Jede bewusste Ausatmung bringt mir Gelassenheit
  4. Einatmend bin ich mir meiner geistigen Haltung bewusst
    Ausatmend bin ich bereit nur Worte zu benutzen, die andere nicht verurteilen oder herabsetzen.
  5. Einatmend bin ich bereit, Mitgefühl zu entwickeln
    Ausatmend bin ich bereit, nur Worte zu benutzen, die Andere aufbauen oder trösten.
  6. Einatmend bin ich bereit, nur Worte zu sprechen, die zur Lösung von Konflikten beitragen
    Ausatmend möchte ich helfen, zum Frieden zwischen Menschen beizutragen
  7. Einatmend vergebe ich mir Worte, die Andere verletzt haben
    Ausatmend lächle ich mir selbst zu
  8. Einatmend vergebe ich Anderen, die mich durch ihre Worte verletzt haben
    Ausatmend lächle ich.
  9. Einatmend bin ich bereit, mich beim Zuhören völlig zu entspannen, meinen Atem zu spüren und offen für die Worte meines Gegenübers zu sein.
    Aus atmend weiß ich, das nicht-verurteilendes, offenes Zuhören Andere heilen kann.
  10. Einatmend bin ich mir der Kostbarkeit meiner Übung des achtsamen Sprechens und offenen Zuhörens bewusst. Ausatmend lächle.

Wir sind alle selbst schon oft in unserem Leben durch die Worte anderer Menschen verletzt worden, und wenn wir genauer hinschauen haben wir andere Menschen unabsichtlich oder absichtlich durch unsere Worte verletzt.