Die niederländische Lebensmittelaufsicht in Den Haag hatte Spuren von Melamin in Keksen der Marke "Koala", in den Sorten Nuss und Schokolade, gefunden und diese am Dienstag vom Markt genommen. Die Süsswaren waren aus China importiert worden und wurden in den Niederlanden in chinesischen Geschäften verkauft.

Die nachgewiesene Melamin-Menge sei jedoch gering, es bestehe nur ein "extrem kleines" Risiko. "Nur der tägliche Verzehr von zwei Kilogramm dieser Kekse würde Kinder gefährden", erklärte die Lebensmittelaufsicht.

In Deutschland wurde bislang kein Lebensmittel gefunden das Melamin enthält. Damit das auch so bleibt hat die Bundesregierung per Eilverordnung ein umfassendes EU-Einfuhrverbot für Säuglingsnahrung aus China in Kraft gesetzt.

Derzeit gebe es keine Hinweise, dass mit Melamin belastete Lebensmittel aus China nach Deutschland gelangt seien, erklärte

das Verbraucherschutzministerium in Berlin. Die Einfuhr von Säuglingsnahrung aus China ist jetzt verboten. Andere Lebensmittel aus der Volksrepublik dürfen nur eingeführt werden, wenn sie zuvor untersucht worden seien, erklärte das Ministerium.

Der britisch-niederländische Konzern Unilever stellte in Hongkong den Verkauf des Milchtee-Pulvers der Marke Lipton wegen Melamin-Spuren ein, nachdem "geringe Mengen" Melamin entdeckt worden waren, sagte ein Unilever-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Das Produkt sei in Hongkong hergestellt sowie in Hongkong und Macau verkauft worden. Insgesamt habe das Unternehmen "einige Tausend Boxen" des Pulvers zurückgerufen. Der US-Lebensmittelkonzern Heinz teilte unterdessen mit, in seinen in China und Hongkong verkauften Produkten keine Milch aus chinesischer Herstellung mehr zu verwenden.