Egal ob ein interessantes Jobangebot wartet, man einfach nur Steuern sparen möchte oder aus rein privaten Gründen – der Umzug in ein anderes Land ist bei den Deutschen seit jeher beliebt. Die Anzahl der Auswanderer ist in den letzten 20 Jahren äußerst stabil. Laut Statistischem Bundesamt zog es 1992 720.127 Personen aus Deutschland fort. 2012 lag die Zahl bei 711.992. Was die Menschen im Ausland erwartet ist stets ungewiss. Doch eines ist bereits im Vorfeld sicher: ein derartiges Vorhaben will bestens geplant sein.

Was ist bei einem Umzug ins Ausland zu beachten?
Wenn man beim Umzug in ein anderes Land nicht schon zu Beginn vom Regen in die Traufe kommen möchte, ist eine detaillierte Planung das A und O. Zwar ist das Auswandern innerhalb der EU relativ unkompliziert geworden, dennoch sollte man sich ganz genau über die aktuellen Einzugsbedingungen des neuen Heimatlandes erkundigen und sich u.a. folgende Fragen stellen: gelten dort bestimmte Vorschriften, was muss verzollt werden, ist die neue Unterkunft möglichst zukunftssicher und sind genügend Geldreserven vorhanden, um die ersten Monate reibungslos

zu überbrücken?

Eine Umzugsspedition finden
Wer sich nicht selbst mit den Transport seines Hab und Gutes auseinandersetzen möchte ist auf den Service von Umzugsspeditionen angewiesen. Leider ist die Branche sehr unübersichtlich, sodass man als Verbraucher vor der Qual der Wahl steht. Dank Internet kann man diesen Prozess mittlerweile aber recht einfach gestalten, da man hierüber mit nur einer Anfrage hunderte von geprüften Umzugsunternehmen aus ganz Deutschland erreichen kann.

An die Personalien denken
Die Gültigkeit vom Reisepass und insbesondere des Personalausweises sollte vor Umzugsantritt sichergestellt werden, da man Personalausweise nicht im Ausland verlängern lassen kann. Zudem sollte man das Finanzamt und das Einwohnermeldeamt rechtzeitig über den Umzug informieren. Eine Auslandsversicherung ist anfänglich ebenfalls sinnvoll. Daher sollte man sich bei der zuständigen Krankenversicherung erkundigen, ob diese auch im Ausland gilt. Darüber hinaus sollten wichtige Dokumente, wie bspw. die Geburtsurkunde, die Heiratsurkunde oder Abschlusszeugnisse, in die jeweilige Landessprache übersetzt und amtlich beglaubigt werden. Weitere Informationen und entsprechende Formulare sind bei den jeweiligen Botschaften oder beim Bundesverwaltungsamt erhältlich.

Wichtige Zollformalitäten
Bei einem Umzug in ein anderes Land muss der persönliche Hausrat nicht verzollt werden, sofern er sich mindestens 6 – 12 Monate vor Einreise bereits im Besitz des Auswanderers befand und weiterhin von ihm genutzt wird. Dies gilt auch für Fahrzeuge. Dennoch müssen alle Güter im Zollformular aufgelistet werden - egal in welches Land man reist. In Drittstaaten (dies sind Staaten, die nicht Vertragspartner oder Mitgliedstaat eines gegenseitigen Abkommens sind) wird darüber hinaus eine Zusicherung der Aufenthaltsgenehmigung sowie ein Kauf- oder Mietvertrag für eine Unterkunft benötigt. Häufig wird auch der Nachweis an Bargeldreserven verlangt, um zu gewährleisten, dass man sich in den nächsten Monaten selbst über Wasser halten kann.
Jedes Land hat hier seine eigenen Vorgaben, die zu beachten sind. Dies ist auch im Hinblick auf etwaige Einfuhrbestimmungen von Pflanzen und der Mitnahme von Haustieren zu beachten. Näheres erfährt man bei den zuständigen Konsulaten oder beim Zoll.
Für Schmuck, Wertgegenstände, Radios, TV-Geräte und selbstverständlich Waffen gelten meist besondere Zollformalitäten. Auch hier helfen Speditionen und Zollbehörden weiter.

Die Landessprache
Generell ist es äußerst sinnvoll, bereits im Vorfeld die neue Landessprache zu erlernen. In einigen Ländern ist dies sogar Pflicht. Im Falle von Kindern, die mit auswandern, gilt daher, sich frühzeitig Informationen über geeignete Schulen und Kindergärten einzuholen.