Laut der Blutspenderichtlinien der Bundesärztekammer, die auf den Paragrafen 12a und 18 des Transfusionsgesetzes (TFG) basieren, dürfen Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben, ihr Blut nicht spenden.

Daraus folgert die Initiative „Bunt Spenden“ eine Diskriminierung dieser Männer aufgrund ihrer sexuellen

Orientierung. Aus Sicht der EU-Kommission könne dieses Diskriminieren nicht durch geltendes EU-Recht begründet werden: Die Diskriminierung von bisexuellen und homosexuellen Männern ist laut der Grundrechtecharta der EU verboten.

Sexuelle Orientierung versus Sexualpraktiken
Deshalb starteten die Macher von „Bunt Spenden“ eine Petition, die sich an die Bundesärztekammer richtete: Der sogenannte Risikoausschluss bei Männern, die sexuell mit Männern verkehren, soll in den Richtlinien zur Hämotherapie neu formuliert werden, damit zwischen dieser Personengruppe und den Heterosexuellen Gleichberechtigung herrscht.

Schließlich bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen den Aspekten „Sexuelle Orientierung“ und „Sexuelle Praxis“: Es hänge nicht davon ab, mit wem jemand verkehre, sondern wie – nämlich safe –, ob durch sein Blut Krankheitserreger übertragen werden können oder nicht, ob er also als Spender infrage kommt oder nicht.

Unterschriftenaktion
„Wir fordern daher, dass es, anders als in den Richtlinien zur Hämotherapie beschrieben, nicht von der sexuellen Orientierung abhängen darf, ob ein Spender infrage kommt, sondern vom individuellen Risikoverhalten“, hieß es im Aufruf zur Petition unter www.change.org. Nähere Informationen zu diesem Thema gibt es auch unter www.buntspenden.de.

Unter dem Begriff „Hämotherapie“ wird im Übrigen die Behandlung eines Menschen mit Blutbestandteilen, Plasmaprodukten, Immunglobulinen und Gerinnungsfaktoren-Konzentraten verstanden.