Im Mittelpunkt der Serie – das lässt ihr Name schon vermuten – steht das Berliner Krankenhaus Charité. Es ist das älteste der Hauptstadt, sein Gründungsjahr ist 1710. Einhundert Jahre darauf, also 1810, wurde an der Charité für die Berliner Universität, die heute als Humboldt-Universität bekannt ist, ausgebildet und geforscht.

Regie geführt hat für diese sechsteilige deutsche Serienproduktion Sönke Wortmann. Das Drehbuch stammt von Dorothee Schön, die dafür auch von Karl M. Einhäupl, dem Vorstandsvorsitzenden der Charité, und von Thomas Schnalke, dem Direktor des Berliner Medizinhistorischen Museums, beraten wurde.

„Barmherzigkeit“ heißt die erste Folge. Sie wurde zusammen mit Folge zwei, „Kaiserwetter“, am 21. März 2017 gezeigt. An den darauffolgenden Dienstagabenden wurde im Ersten je eine Folge gezeigt: „Das Licht der Welt“, „Wundermittel“, „Götterdämmerung“ und schließlich „Zeitenwende“. Zum Serienauftakt lag der Marktanteil bei 25,5 Prozent, zum (vorläufigen) Serienende bei 20,4 Prozent.

Charité: Der Inhalt
Die Handlung beginnt im Jahr 1888, dem sogenannten Dreikaiserjahr. Emil Behring (Matthias Koeberlin) ist Arzt an der Charité. Ida Lenze (Alicia von Rittberg) befindet sich dort wegen einer Blinddarmentzündung und wird schließlich doch operiert, und zwar von Behring. Die zwei kennen sich von früher: Er wollte die Arzttochter heiraten. Als ihre Eltern starben, musste sie zu einem Onkel, den sie für ihren finanziellen Ruin verantwortlich macht. Als arme Waise wollte Behring Ida Lenze nicht mehr …

Das ist nur ein Erzählstrang von mehreren. Weitere wichtige historische Forscherpersönlichkeiten spielen ebenfalls eine große Rolle in der Serienhandlung, darunter Paul Ehrlich (Christoph Bach), Robert Koch (Justus von Dohnanyi) und Rudolf Virchow (Ernst Stötzner).

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Charité: Das Fazit
Die „Mehrsträngigkeit“ der Handlung wurde von einigen bekannten Film- und Fernsehkritikern als Nachteil empfunden. Dabei tut sie der Spannung und der Unterhaltung keinen Abbruch. Vielmehr trägt sie dazu bei, den Zuschauer umfassender ins Bild zu setzen über die damalige Zeit, über das Leben und Wirken an der Charité. Für eine deutsche Serienproduktion – pro Folge stand ein Budget von 1,2 Millionen Euro zur Verfügung – ist „Charité“ sehr gelungen.

Bereits einen Tag nach der Erstausstrahlung wurde offiziell verkündet, dass die Serie „Charité“ fortgesetzt werden soll: An entsprechenden Drehbüchern werde bereits gearbeitet. Die Handlung der zweiten Staffel soll während der Zeit des Nationalsozialismus spielen.