"We feed the World" ist ein Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer der die globalen Zusammenhänge der Nahrungsmittelindustrie zeigt. Dabei war ihm eins besonders wichtig: "Ich wollte ganz bewußt keinen Film machen über "Schweinereien". Sie können es überall nachlesen. Da ist nichts geheim. Mich hat der legale Rahmen interessiert, die Zusammenhänge. Ich wollte, den Chef oder die Chefin hören. Nicht jemanden von Greenpeace oder den Nicht-Regierungs-Organisationen. Daß die gegen die Situation sind, ist bekannt." Allein seine nüchterne Schilderung von Fakten, sorgt dafür das einem das Abendbrot im Halse stecken bleibt.

So sehen wir zum Beispiel einen französischen Fischhändler, der mit angeekelten Blick auf den "frischen" Fang anmerkt: "Also so was würde ich nicht essen. Wir sagen, es ist nicht zum Essen, es ist nur zum Verkaufen".

In Brasilien filmt Wagenhofer hungernde Familien, während das dort massenhaft angebaute Soja als Futtermittel nach Europa exportiert wird.

Man sieht, wie gerade mal ein Tag altes Brot auf offenen Kippern nachts durch die Stadt Wien auf den Müll gefahren wird, zwei Millionen Kilo jedes Jahr.

Gezeigt wird Südspanien aus der Luft, wo unsere Tomaten unter Plastikplanen wachsen, die sich bis zum Horizont erstrecken. Darunter arbeiten afrikanische Wanderarbeiter, die von europäischen Dumpingexporten als

Bauern ruiniert wurden. Jede Tomate reist später 3000 Kilometer weit.

Zu sehen sind Felder in Rumänien mit Saatgut für Produkte, die schön aussehen, aber nach nichts schmecken.

Der Film zeigt 96 Minuten lang Fakten, die hoffentlich für viele Deutsche ausreichen, das vorherrschende Konzept "Masse statt Qualität" noch einmal zu überdenken.

Wer lieber in Seiten blättert, dem sei das gleichnamige Buch empfohlen.