Ihr Abneigung ging sogar soweit, das ihr bei der Abreise klar war: "Da will ich nie wieder hin." Anlass des Besuchs war damals eine Klassenfahrt gewesen. Die Unterschiede zwischen Ost- und Westberlin waren sechs Jahre nach dem Mauerfall noch deutlich zu sehen gewesen, was ihr "doppelt unheimlich“ vorgekommen sei.

"Ich kam aus meinem hessischen Dorf, kannte nur das Land und war plötzlich in dieser Großstadt, die so quirlig und stinkig und zugepflastert war. Und dann sollte ich mir vorstellen, dass da niemand raus durfte, das kam mir ganz

schrecklich vor“, gestand die 28-Jährige in einem Interview für die "Neue Presse“ in Hannover.

Felicitas wurde im hessischen Homberg geboren und wuchs in Harbshausen, einem Dorf bei Kassel auf, mit nicht mal zweihundert Einwohnern auf. Dort lebte sie auf einem Bauernhof.

2001 kam Felicitas Woll dann doch wieder nach Berlin zurück, als die Dreharbeiten zu "Berlin,Berlin" begannen. Ausgerechnet die Serie um die Grossstadt die ihr so ungastlich vorkam, bedeutete für sie den Durchbruch. 2002 bekam sie für ihre Darstellung der "Lolle" den "Deutschen Fernsehpreis" als "Beste Schauspielerin." 2003 den Adolf-Grimme-Preis und 2004 die Goldene Rose von Luzern für die beste weibliche Sitcom-Hauptrolle.

Durch den grossen Erfolg der Serie, steht der Charakter "Lolle" und somit Felicitas für viele Zuschauer für die typische, zugezogene Grossstadtgöre. Damit hat Felicitas heutzutage kein Problem: "Mein Gesicht ist mit der Rolle und mit Berlin verbunden. Darauf bin ich stolz."